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Nytt skilt i Stensgate 3

Det var en solrik dag på tirsdag 22. august 2017 da det blå skiltet for Regine Normann kom på plass i Stensgate 3 i Oslo. Bildene (tatt av fotograf Anne C. Eriksen) forteller for en fantastisk avduking det var med omtrent 30 glade mennesker som var tilstede for å hedre den nordnorske forfatterinnen.

 

Anne Christine Kroepelien, leder for bydelsutvalget St. Hanshaugen, holdt en liten innledning og ønske velkommen til bydelen.
Ole Rikard Høisæther, generalsekretær i Oslo Byes Vel, sa noe om Oslo Byes Vel og den nye boka om de blå skilt.
Sture Pedersen, ordføreren i Bø i Vesterålen, reiste hit fra Nord-Norge for å foreta selve avdukingen.

Det Bø-ordføreren fortalte om Regine Normann liv i Bø og hvordan hun dro til Oslo gjorde et sterkt inntrykk på tilskuerne.
Etterpå fortalte jeg litt om kronerullingen og nyttet anledningen til å takke Bidra-folk for at de tilbyr et fantastisk platform for folkefinansiering.
Og jeg hadde æren av å overrekke en sjekk på 14.000 kr til Bø-ordfører Sture Pedersen for å få et annet minneskilt i Mårsund i Bø, der Regine Normann er født.

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Etter avdukingen feiret vi ved Adamstuen Atikvariat rundt hjørnet i Thereses gate 14, der Eivind Bergmann hadde sørget for å ha en del av Regine Normanns førsteutgaver utstilt.

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Her kan du lese om avdukingen i Bladet Vesterålen og i Vårt Oslo.

Sprachreise: Norwegisch lernen im Schnee – Erfahrungsbericht

Norwegisch lernen im Schnee - Erfahrungsbericht einer SprachreiseNorwegisch lernen im Schnee = Schneeschippen auf dem Hüttendach meiner Norwegischlehrerin? Hatte ich mir meine einwöchige Sprachreise nach Hovden so vorgestellt?!? 😉 Was sich zunächst skurril anhört, war eines von vielen wunderbaren Erlebnissen auf einer ereignisreichen – und lerntechnisch gesehen sehr intensiven – Sprachkurs-Woche im norwegischen Hochfjell…

Das Besondere an dieser Sprachreise war ja schon die gemeinsame Unterbringung aller Schüler/innen in einer gemeinsamen Hütte (bei der Hüttenwahl hat uns unsere Lehrerin toll geholfen). Wir waren zu fünft – zwei Pärchen aus Deutschland und ein Familienvater, der bereits in Oslo lebte und arbeitete, allerdings in einem englischsprachigen Umfeld, so dass er in Sachen Norwegisch noch Nachholbedarf hatte. Wir haben außerhalb des Sprachunterrichts natürlich deutsch miteinander gesprochen. 😉

Zwischen uns und unserer Lehrerin Yvonne Moutoux, die in einer anderen zauberhaften (für Gruppenunterricht zu kleinen) Hütte wohnte, lag das überschaubare Dorf Hovden mit vielen Möglichkeiten, sich für den Sprachunterricht in der Mitte zu treffen – manchmal trudelte jemand von uns einfach direkt von der Langlaufloipe ein.

Norwegisch lernen im Schnee - Erfahrungsbericht einer Sprachreise

Das Gute an einer Sprachreise im Winter nach Hovden ist natürlich, dass es eine einhundertprozentige Schneesicherheit für die Termine gibt, die Yvonne Moutoux anbietet. Vor und nach dem Sprachunterricht gab es also immer eine Wintersporteinheit – die einen schnappten ihr Snowboard, die anderen ihre Langlaufski, und einmal sind wir zur Abwechslung Schlittschuh gelaufen.  Nicht ohne Grund liegt in diesem Hochfjell ein Skigymnasium für Norwegens Nachwuchsprofiwinterportler. Und weil Yvonne Gott und die Welt kennt, unter anderem den Deutschlehrer des Skigymnasiums, organisiert sie immer auch ein Treffen mit Schülern vor Ort. Ich fand es überaus spannend, mich (auf Norwegisch!) über den Alltag von 16-Jährigen zu unterhalten, die auf dem Weg zur Weltspitze sind.

Für den Sprachunterricht trafen wir uns also an verschiedenen Orten im Dorf, direkt im Skigymnasium oder auch mal in der öffentlichen Bibliothek oder in der Lounge eines Hotels. Ganz bequem konnten wir auf diese Weise auch das kostenlose offene WLAN in Anspruch nehmen. Was wir außerdem genossen haben, war die zeitliche Flexibilität: Kein unnötiges Frühaufstehen, kein Unterricht in genau den wenigen Stunden, wenn die Sonne lacht – stattdessen haben wir uns jeden Tag neu abgesprochen und mal den Vormittag mal den Nachmittag, mal den frühen Abend für den Unterricht genutzt. So waren wir jeden Tag hochmotiviert und zufrieden. 🙂

Nochmal zurück zum Schneeschippen. 😉 Alle, die in Hovden eine Hütte haben, wissen, dass der Schnee regelmäßig runter muss, sonst wird das in Summe über den ganzen Winter einfach zu viel und das Dach bricht ein. Wer das nicht selbst machen kann oder will, lagert das eben als bezahlten Job aus – eine gewöhnliche Dienstleistung in schneereichen Hüttengebieten in Norwegen. Dass nun plötzlich die Schüler/innen das Dach der Lehrerin freischippen, war eine höchst spaßige und überaus freiwillige Angelegenheit – mit einem fairen Deal: eineinhalb Stunden Schneeschippen gegen eine Stunde zusätzlichen Norwegischunterricht (als Guthaben, einzulösen auch gern nach der Sprachreise als Online-Unterricht). Und natürlich hat Yvonne auch mit geschippt und währendessen mit uns auf Norwegisch geplaudert – gratis! 😉 Norwegisch lernen mitten im Schnee – im wahrsten Sinne des Wortes.

Norwegisch lernen im Schnee - Erfahrungsbericht einer SprachreiseDas bin übrigens ich beim Schneeschippen.


Wenn Du jetzt Lust bekommen hast auf diese Art von Norwegisch lernen im Schnee, dann schau doch mal, ob ein passender Termin im März bei Yvonne Moutoux für Dich dabei ist. Sie bietet darüber hinaus Sprachreisen im Sommer und im Herbst an, nicht nur nach Hovden, sondern auch nach Balestrand, Tysnes oder Oslo. Die Oslo-Sprachreise hab ich auch schon einmal mitgemacht und HIER darüber berichtet.

Der fliegende Weihnachtsbaum – Foto des Tages

Eigentlich wollte ich ja ein letztes Mal den Sonnenuntergang in Tromsø vor die Linse bekommen, als plötzlich ein Ufo … ach nein, es war doch nur ein fliegender Tannenbaum. 😉 Ich bin sehr stolz auf die Komposition aus Mensch, Vogel, Hubschrauber und Baum.

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Am nächsten Tag stand die Auflösung dann in der Zeitung: In guter alter Tradion wird hier der Weihnachtsbaum für den großen Marktplatz „Stortorget“ eingeflogen. 13 Meter lang und 500 Kilo schwer ist die Edeltanne dieses Jahr – und geschätzte 104 Jahre alt. In Charlottenlund stehen sie dicht an dicht, diese Tannen, doch so schöne Exemplare sind mittlerweile selten. Zu groß bzw. schswer darf der Baum übrigens nicht sein – vor ein paar Jahren kam der Hubschrauber nicht hoch und es musste erst ein Stück gekappt werden, damit der Transport klappte.

Acht Mann nahmen den Baum auf dem Marktplatz in Empfang und justierten ihn. Am 26. November – auch das ist Tradition – wird der Weihnachtsbaum dann gemeinsam mit allen Tromsøaner/innen erstmals „angezündet“. Ich bin dann leider nicht mehr hier (sondern auf Litløy Fyr – also eigentlich kein „leider“ 😉 ), deshalb kann ich hier nur das Beweisfoto vom frisch aufgestellten, aber noch nackten Weihnachtsbaum als Belegfoto bieten:

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Und zum Abschluss, weil’s so schön war, noch ein Bild vom Flug direkt in die untergehende Sonne – siehste, doch ein Sonnenuntergangfoto!

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Literaturstadt Tromsø – mehr als Wale und Nordlichter!

Heute bewirbt sich Tromsø beim Kulturrat in Oslo für den Auftrag „Kreativt Norge“: In Zukunft wird der nationale Etat für die regionale Kunstförderung nämlich außerhalb der Hauptstadt verwaltet werden, so will es die Regierung. Elf Mitarbeiter/innen soll das neue Kontor beschäftigen. Neben Tromsø gehen die Städte Bergen, Stavanger, Kristiansand, Drammen und Trondheim ins Rennen.

tromso-biblioteket-noveberIst Tromsø ein Außenseiter, wenn es um das Rennen im Bereich Kultur geht? Nein! Auf dem 69. Breitengrad geht kulturell die Post ab – nicht ohne Grund hat sich Tromsø im norwegischen Kulturindex von Platz 14 im vergangenen auf Platz 8 in diesem Jahr verbessert. Gemessen wird dafür unter anderem die „Künstlerdichte“ (aktuell kommen 5,7 Künstler/innen auf 1.000 Einwohner/innen), die Zahl der Angestellten im kulturellen Bereich, die Zahl der Kinobesuche pro Kopf (3,9) sowie die Zahl der Bücherausleihen pro Kopf (5) pro Jahr. (Auf Platz 1 des Kulturindex liegt übrigens nicht Oslo, sondern Røros! 😉 )

Leider findet die touristische Vermarktung der Stadt 244 Kilometer (Luftlinie) nördlich des Polarkreises hauptsächlich über Naturereignisse wie Polarlicht- und Walsafaris statt. „Where your arctic adventure begins“ – so wirbt Visittromso.no und positioniert auf der Startseite ausschließlich Outdoor-Aktivitäten. Das finde ich mehr als schade, denn damit verschenkt die Stadt meiner Meinung nach echtes Potential. Dabei tragen viele der zahlreichen Festivals das Internationale bereits im Namen, u.a. das Tromsø International Film Festival, das Internationales Literaturfestival Ordkalotten sowie das Internasjonale Kirkefestival.

Tromsø Hovedbiblioteket aviserInnerhalb Norwegens wird Tromsøs urbane Seite durchaus geschätzt: Tromsø hat mit ca. 15.500 Studierenden und 3.300 Angestellten die drittgrößte Universität des Landes. Die jungen Menschen zieht es hierher. Ein Grund: Auch  jenseits der Festivalwochen findet hier ein bunter Kulturalltag statt. Kinos, Theater, Konzerte, Lesungen, Diskussionen – und über allem thront die Bibliothek im Zentrum, die täglich 22 Uhr genutzt werden kann und, wie ich beobachten konnte, Treffpunkt für viele junge Menschen ist. Auch die ältere Menschen gehen hier ein und aus, viele kommen auf einen Sprung vorbei, um in Ruhe Zeitung zu lesen – 36 Tages- und Wochenzeitungen werden gleich  in der Eingangshalle angeboten, attraktive Sitzplätze machen das Verweilen angenehm.

Årets vakreste bøkerIch bin seit zwölf Tagen in der Stadt, und es vergeht kein Tag, an dem ich hier nicht mindestens zwei bis drei verschiedene Kulturveranstaltungen besuchen könnte. Ich war schon bei der Ausstellungseröffnung der schönsten Bücher des Jahres („Årets vakreste bøker“ – siehe Foto) im Nordnorsk Kunstmuseum. Ich war bei alternativen Messen in der Domkirche, bei Kari Bremnes live im The Edge und bei Lunchkonzerten im Kuturhaus. Ich war bei „Regalwanderungen“ in der Biblithek und freu mich auf morgen, wenn ich an der Bibliotheksveranstaltung „Strikk og Lytt“ teilnehme: Zwei Stunden lang liest jemand vor, während wir drum rum sitzen und stricken. Auch das ist Kultur! 😉

Und habe ich schon erwähnt, dass es erstaunlich viele Buchhandlungen in Tromsø gibt? Ich habe bis jetzt 7 gezählt. Darunter ein sehr gut sortiertes Antiquariat! Ich ahne, dass mich das Übergewicht meines Koffers im Flieger unbezahltbar ist und ich mit dem Schiff zurück kommen mus…

Jetzt gehe ich erstmal ins Bett. Wo? Im Hotel „Bed and Books“! Übernachten in einer großen Tauschbibliothek – auch das ist Tromsø! Sowie diese kleine private Tauchbibliothek (siehe Foto unten), die ich in einem Wohnviertel gefunden habe.

Tauschregal in Tromsø

Tromsø hat ein Herz für Bücher.

🙂

Arctic Pride 2016 – eine regenbogenbunte Woche in Tromsø

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Arctic Pride! Und ich bin live dabei! Seit einer Woche weht vor dem Tromsøer Rathaus die Regenbogenfahne. Dass so etwas nicht selbstverständlich ist, weiß ich aus Hamburg, wo Lesben und Schwule lange darum kämpfen mussten, dass während der CSD-Woche ihre Flagge offiziell auf dem Rathausmarkt gehisst wurde. In Tromsø war dies schon bei der aller ersten Christopher-Street-Day-Aktionswoche ganz selbstverständlich der Fall  – dieses erste Mal fand allerdings auch erst 2015 statt. 😉

Genau, die Tromsø Arctic Pride gibt es dieses Jahr erst zum zweiten Mal. Damit hat Tromsø das nördlichste und sicherlich auch winterlichste CSD-Festival der Welt etabliert. Und was für ein umfangreiches Programm das ehrenamtliche Orga-Team auf die Beine gestellt hat: 30 Veranstaltungen in 7 Tagen, und für jeden Geschmack ist was dabei: schräge Filme und coole Parties, aber auch ernste Diskussionen über die Situation homosexueller jugendlicher Flüchtlinge in Norwegen und höchst informative Vorträge über die nordnorwegische Schwulen- und Lesbengeschichte sowie die neueste norwegische Kinder- und Jugendliteratur mit dem Themenschwerpunkt Homosexualität und Geschlechtsidentität (darüber blogge ich später noch ausführlicher).

Und heute dann als Höhepunkt: die Parade!

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Im letzten Jahr (also beim ersten Mal!) nahmen stolze 320 Menschen daran teil. Das sollte in diesem Jahr natürlich getoppt werden – und das ist mehr als gelungen! Ich selbst habe unterwegs so auf 1.000 Menschen getippt, die im Umzug mitgelaufen sind; die Veranstalter/innen schrieben vorhin im Netz etwas von 1.020 Teilnehmer/innen. Passt. 😉 (Zur Einordnung: Tromsø zählt knapp 74.000 Einwohner/innen.)

Hier kommt meine Fotostrecke von der heutigen Tromsø Artcic Pride Parade 2016:

Sammeln vor dem Einkaufszentrum...
Sammeln um 13 Uhr (eine Stunde vor Sonnenuntergang) vor dem Einkaufszentrum…
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Um kurz nach eins trifft das studentsiche Blasorchester ein und spielt ein erstes Ständchen. Es wird gleich die Parade anführen und die einzige musikalische Untermalung bleiben, denn große Umzugswagen mit dröhnender Musik aus der Dose gibt es hier (noch?) nicht.
Dieser Slogan war weit verbreitet heute. ;-)
„I can’t even think straight“ – Dieser Aufdruck war heute weit verbreitet. 😉
Ich hab noch nicht herausgefunden, um was für eine Organisation es sich hier handelt...
Kvinnefronten.no ist 1971 aus einer Studentenversammlung in Oslo hervorgegangen. Der erste Satz im Programm lautet: „Kvinnefronten er en radikal feministisk organisasjon som vil forandre verden.“ (Kvinnefronten ist eine radikal-feministische Organisation, die die Welt verändert will.) Diese Konsequenz imponiert mir.
Erstmals nahm die Kirche offiziell an der Parade teil.
Erstmals nahm die Kirche offiziell an der Parade teil. Darauf sind beide Seiten – Arctic Pride und Kirche – zu recht stolz.
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Der fröhlich winkende Mann in der roten Hose ist übrigens der amtierende Arctic Pride Festivalchef Stein Sebastian Frediksen. Hei Stein, gratulasjon! Det var så morsomt!
So langsam sieht man auch, dass wir wirklich viiieeeeele waren!
Hier sieht man auch, dass wir wirklich viiieeeeele waren!
Die Parade geht mitten durch die "Einkaufsstraße" Tromsøs, die Storgata.
Die Parade geht mitten durch die „Einkaufsstraße“ Tromsøs, die Storgata.
Ups, schon vorbei? Die Parade dauerte keine zwanzig Minuten und führte direkt ins Tvilbit - hier war ein gemeinsamer Absacker zum Aufwärmen angekündigt, doch 1.000 Menschen passten da nicht rein. ;-)
Ups, schon vorbei? Die Parade dauerte keine zwanzig Minuten und führte direkt ins Tvilbit – hier war ein gemeinsamer Absacker zum Aufwärmen angekündigt, doch 1.000 Menschen passten da nicht rein. 😉

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Ich wünsche der Tromsø Arctic Pride Parade 2017 mindestens eine Verdoppelung auf 2.000 Teilnehmer/innen, und denen wünsche ich dann eine wesentlich längere Route durch die Innenstadt, denn irgendwie war alles viel zu schnell vorbei. Ich sehe ganz klar das Potenzial, vor dem Rathaus eine kleine Ansprache übers Mikrofon (oder Megafon) zu halten und noch etliche weitere Straßen entlangzulaufen, um weitere markante Punkte zu kreuzen – warum nicht sogar auf die Brücke bis zur Mitte gehen und dem ankommenden Hurtgrutenschiff zujubeln? 😉

Ich bin 2017 auf jeden Fall wieder dabei!