Norwegisch lernen Reiseberichte

Sprachreise: Norwegisch lernen im Schnee – Erfahrungsbericht

Norwegisch lernen im Schnee - Erfahrungsbericht einer SprachreiseNorwegisch lernen im Schnee = Schneeschippen auf dem Hüttendach meiner Norwegischlehrerin? Hatte ich mir meine einwöchige Sprachreise nach Hovden so vorgestellt?!? 😉 Was sich zunächst skurril anhört, war eines von vielen wunderbaren Erlebnissen auf einer ereignisreichen – und lerntechnisch gesehen sehr intensiven – Sprachkurs-Woche im norwegischen Hochfjell…

Das Besondere an dieser Sprachreise war ja schon die gemeinsame Unterbringung aller Schüler/innen in einer gemeinsamen Hütte (bei der Hüttenwahl hat uns unsere Lehrerin toll geholfen). Wir waren zu fünft – zwei Pärchen aus Deutschland und ein Familienvater, der bereits in Oslo lebte und arbeitete, allerdings in einem englischsprachigen Umfeld, so dass er in Sachen Norwegisch noch Nachholbedarf hatte. Wir haben außerhalb des Sprachunterrichts natürlich deutsch miteinander gesprochen. 😉

Zwischen uns und unserer Lehrerin Yvonne Moutoux, die in einer anderen zauberhaften (für Gruppenunterricht zu kleinen) Hütte wohnte, lag das überschaubare Dorf Hovden mit vielen Möglichkeiten, sich für den Sprachunterricht in der Mitte zu treffen – manchmal trudelte jemand von uns einfach direkt von der Langlaufloipe ein.

Norwegisch lernen im Schnee - Erfahrungsbericht einer Sprachreise

Das Gute an einer Sprachreise im Winter nach Hovden ist natürlich, dass es eine einhundertprozentige Schneesicherheit für die Termine gibt, die Yvonne Moutoux anbietet. Vor und nach dem Sprachunterricht gab es also immer eine Wintersporteinheit – die einen schnappten ihr Snowboard, die anderen ihre Langlaufski, und einmal sind wir zur Abwechslung Schlittschuh gelaufen.  Nicht ohne Grund liegt in diesem Hochfjell ein Skigymnasium für Norwegens Nachwuchsprofiwinterportler. Und weil Yvonne Gott und die Welt kennt, unter anderem den Deutschlehrer des Skigymnasiums, organisiert sie immer auch ein Treffen mit Schülern vor Ort. Ich fand es überaus spannend, mich (auf Norwegisch!) über den Alltag von 16-Jährigen zu unterhalten, die auf dem Weg zur Weltspitze sind.

Für den Sprachunterricht trafen wir uns also an verschiedenen Orten im Dorf, direkt im Skigymnasium oder auch mal in der öffentlichen Bibliothek oder in der Lounge eines Hotels. Ganz bequem konnten wir auf diese Weise auch das kostenlose offene WLAN in Anspruch nehmen. Was wir außerdem genossen haben, was die zeitliche Flexibilität: Kein unnötiges Frühaufstehen, kein Unterricht in genau den wenigen Stunden, wenn die Sonne lacht – stattdessen haben wir uns jeden Tag neu abgesprochen und mal den Vormittag mal den Nachmittag, mal den frühen Abend für den Unterricht genutzt. So waren wir jeden Tag hochmotiviert und zufrieden. 🙂

Nochmal zurück zum Schneeschippen. 😉 Alle, die in Hovden eine Hütte haben, wissen, dass der Schnee regelmäßig runter muss, sonst wird das in Summe über den ganzen Winter einfach zu viel und das Dach bricht ein. Wer das nicht selbst machen kann oder will, lagert das eben als bezahlten Job aus – ein gewöhnliche Dienstleistung in schneereichen Hüttengebieten in Norwegen. Dass nun plötzlich die Schüler/innen das Dach der Lehrerin freischippen, war eine höchst spaßige und überaus freiwillige Angelegenheit – mit einem fairen Deal: eineinhalb Stunden Schneeschippen gegen eine Stunde zusätzlichen Norwegischunterricht (als Guthaben, einzulösen auch gern nach der Sprachreise als Online-Unterricht). Und natürlich hat Yvonne auch mit geschippt und währendessen mit uns auf Norwegisch geplaudert – gratis! 😉 Norwegisch lernen mitten im Schnee – im wahrsten Sinne des Wortes.

Norwegisch lernen im Schnee - Erfahrungsbericht einer SprachreiseDas bin übrigens ich beim Schneeschippen.


Wenn Du jetzt Lust bekommen hast auf diese Art von Norwegisch lernen im Schnee, dann schau doch mal, ob ein passender Termin im März bei Yvonne Moutoux für Dich dabei ist. Sie bietet darüber hinaus Sprachreisen im Sommer und im Herbst an, nicht nur nach Hovden, sondern auch nach Balestrand, Tysnes oder Oslo. Die Oslo-Sprachreise hab ich auch schon einmal mitgemacht und HIER darüber berichtet.

Autor

Hei hei, ich bin Dörte aus Hamburg. Seit ich als Jugendliche "Flucht in den Norden" von Klaus Mann gelesen habe, zieht es mich til Norge - jetzt endlich, mit Mitte 40, verbringe immer mehr Zeit im Jahr dort, am liebsten nördlich vom Polarkreis. Als Minimalistin reise ich gern mit leichtem Gepäck, am liebsten nach dem Prinzip des Slow Travel - und in 2016 möchte ich endlich das Wwoofing ausprobieren. Und Du? Ich freue mich auf einen Kommentar von Dir! Ha det bra!

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