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10 gute Gründe für eine Sprachreise auf die Vesterålen

Norwegisch lernen in Bø auf den Vesterålen

Nächstes Jahr – Mitte/Ende Juli 2019 – bietet meine Norwegischlehrerin Yvonne Moutoux zum ersten Mal eine Sprachreise nach Nordnorwegen an – und ich konnte sie schnell dafür begeistern, ihren einwöchigen Norwegischkurs in Bø auf den Vesterålen durchzuführen. Es wird ein Sprachkurs für Fortgeschrittene sein, die mindestens das Sprachniveau B1 beherrschen. Das Tolle ist: Yvonnes Sprachreisen sind als Bildungsurlaub anerkannt. Du hast also die einmalige Chance, für eine Reise auf die Vesterålen von Deinem Arbeitgeber zusätzliche Urlaubstage zu bekommen!

Mich hat es in den vergangenenen Jahren immer wieder in diese zauberhafte Märchenkommune gezogen. Deshalb fallen mir auch aus dem Stand weitere 10 gute Gründe ein, warum Du Dir diese Sprachreise nicht entgehen lassen solltest, um Dein Norwegisch zu verbessern:

1. Perle der Vesterålen & Hikers Paradise

Die Kommune Bø wird auch als die Perle Vesterålens bezeichnet – kurz Bestervålen. Als in diesem Sommer Lars Monsen mit seiner NRK-Sendung „Minutt for minutt“ drei Tage lang in Bø gewandert ist, saß ganz Norwegen vor dem Fernseher um zu sehen, wie wunderschön es dort ist. Du kannst die  Sendungen immer noch in der Mediathek finden (hier, hier, hier und hier) – eine bessere Einstimmung auf diese Reise gibt es nicht! Bø hat eine Vielzahl an markierten Wanderwegen, viele davon werden wir in der Kurswoche zu Fuß von unseren Unterkünften aus erreichen können, unter anderem die recht einfache Wanderung auf den Vetten.

2. Mitternachtsonne & weiße Strände

Von Ende Mai bis Mitte Juli geht auf den Vesterålen die Sonne gar nicht unter. Auch in der Kurswoche Ende Juli wird es noch nicht wirklich dunkel. Wenn Du einen leichten Schlaf hast, nimm am besten eine Schlafmaske mit. Die Menschen dort oben gewöhnen sich über den Frühling an die länger werdenden Tage und schlafen im Hochsommer einfach weniger – und lächeln über uns Touristen, die versuchen, die übliche Menge an Schlaf zu bekommen. Für mich haben die schier endlosen Abende etwas zauberhaftes und der anhaltende Sonnenschein verleiht einfach eine Extraportion Energie. Nicht nur die Abende lassen sich herrlich an einem der wunderbaren Strände erleben, die es überall auf den Vesterålen und natürlich auch in Bø gibt. Wenn wir das Glück haben, ein paar warme Tage zu erwischen, können wir sogar ein sehr (!) erfrischendes Bad im Meer nehmen.

3. Skulpturlandskap Nordland

Insgesamt 36 Skultpuren sind in der Landschaft Nordnorwegens weit verstreut platziert – die vielleicht schönste Skulptur steht in Bø: Mannen fra Havet. Wenige Meter vom Mann vom Meer entfernt befindet sich die Freiluftgallerie mit Fotos und Erläuterungen zu allen 36 Skultpuren. Eingeweiht wurde die friluftsgalleri übrigens im Jahr 2015 von Königin Sonja, die eine besondere Verbindung zu den Vesterålen hat und gerne hierher reist. Bei schönem Wetter können wir hier Norwegischunterricht im Freien machen – die friluftsgalleri ist nämlich gleichzeitig eine Freiluftbühne mit fest montierten Sitzbänken.

4. Bøfjerdingene – die besonderen Menschen in Bø

Wer aus Bø kommt, nennt sich Bøfjerding. Und ein Bøfjerding ist ein besonderer Schlag Mensch (finde ich): herzlich, hilfsbereit, gastfreundlich und in der Lage, immer das Beste aus Wind und Wetter zu machen. Bøfjerdingene sind für zweierlei berühmt: ihr Heimweh nach Bø und ihre Bereitschaft zu ehrenamtlicher Arbeit. Das gesamte Reginedagan-Festival – eine Woche mit locker 50 Veranstaltungen – wird zum Beispiel ehrenamtlich auf die Beine gestellt. Wenn wir gemeinsam zum Norwegischkurs nach Bø fahren, werde ich vorher anfragen, ob der eine oder andere Bøfjerding bereit ist, sich mit uns zu treffen und ein wenig vom Leben in Bo zu erzählen. Dabei können wir den Dialekt besser kennen lernen, der dort gesprochen wird. Du willst schonmal reinhören? Dann empfehle ich Dir dieses drollige Video über den Bøfjerding. Verstehst Du alles…?

5. Auf den Spuren der Schriftstellerin Regine Normann

Vor rund 130 Jahren zog sich eine begabte junge Frau, zwangsverheiratet mit dem Glöckner von Malnes, zum Schreiben in eine Berghöhle nahe der Kirche zurück und versteckte hier auch ihre Manuskripte. Nach ihrer Flucht in die Hauptstadt bezahlte sie ihre Scheidung von dem Honorar für ihren Debutroman, der in der Höhle entstand. Heute führt ein kleiner Wanderweg direkt zur Sinahula; zwei Informationstafeln erinnern an die Lebensgeschichte von Serine (Sina) Regine Normann, die bis zum Zweiten Weltkrieg zu den bedeutendsten Schriftstellerinnen Norwegens zählte. Während der Kurswoche werden wir mit Sicherheit diese kleine Wanderung einplanen und vielleicht sogar Norwegischunterricht in der Höhle abhalten. Wer nach der Kurswoche noch in Bø bleiben möchte, erlebt das Literaturfestival Reginedagan (21.-28. Juli 2019) mit, welches vor allem der Märchenerzählerin Regine Normann huldigt – mit vielen spannenden Veranstaltungen für Jung und Alt.

6. Nord Museum & Bibliothek

Das kleine, aber feine Museum in Bø war früher das Zuhause von Amtmännern, Ärzten und Kaufleuten. Es wurde 1907 erbaut. Im Erkerzimmer gibt es viele Gegenstände aus dem alten Bø zu bewundern, unter anderem die Ausstattung des Gemeindearztes. Im oberen Stockwerk befindet sich die Küche mit vielen altertümlichen Haushaltsgegenständen. Zum Museum gehören noch weitere Gebäude, unter anderem das Vorratshäuschen mit alten Werkzeugen und Geräten sowie die Fanghütte und das Bootshaus. Im ersten Stock befindet sich die Ausstellung Regine Normann im Blickfeld. Hier kannst Du in einen Märchenwald eintauchen, um Regines Märchen zu lauschen (bitte Schuhe ausziehen).

Übrigens gibt es in Bø – für uns zu Fuß zu erreichen – auch eine kleine öffentliche Bibliothek, in die Tageszeitung ausliegt und wir jederzeit genug Lesestoff für den Norwegischunterricht finden. Auch alle 18 Bücher von Regine Normann stehen hier natürlich im Bücherregal.

7. Litløy Fyr und Gaukværøya

Litløya und Gaukværøya waren bis in die 1950er Jahre hinein bewohnt, und es finden sich auf den kleinen Inseln sogar Siedlungsspuren aus der Eisenzeit. Heute lebt nur noch ein einziger Mensch auf Litløy – Elena Hansteensen hat den Leuchtturm und die dazugehörigen Gebäude vor einigen Jahren gekauft und im Leuchtturmwärterhäuschen ein kleines Hotel mit gerade einmal zwei Doppelzimmern betrieben. Zweimal war ich dort – einfach zauberhaft! Leider ist das Hotel zurzeit geschlossen. Was wir unbedingt versuchen sollten, ist während der Kurswoche eine Überfahrt nach Gaukværøya zu organisieren, denn dort gibt es einen kleinen Kulturpfad, den ich selbst noch nicht kenne.  Die geführten Touren werden von Ola Olaisen durchgeführt und vom Vesterålen Turlag organisiert – wenn Interesse besteht, kümmere ich mich gern um eine Sonderführung.

8. Vetten Opp – Berglauf und Volkfsfest zugleich

Kommen wir zu den Gründen, warum es sich lohnt, am Ende der Sprachreise nicht gleich wieder abzureisen: Also, ich habe mir fest vorgenommen, nächstes Jahr am Samstag nach der Kurswoche bei Vetten Opp mitzulaufen! Dafür sollte ich allerdings ein wenig trainieren, denn die knapp 4 Kilometer haben es in sich, schließlich geht es fast 500 Höhenmeter bergauf. Wenn Du nicht mitlaufen möchtest, kannst Du natürlich auch als Zuschauer/in an der Laufstrecke das Volksfest genießen.

9. Arctic Sea Kayak Race

Was für mich der Vetten Opp ist, ist für Andrea – eine andere Kursteilnehmerin – das Paddelfestival in der Woche nach dem Norwegischkurs. Das Arctic Sea Kayak Race findet auch in Bø statt, und zwar ab dem 21. Juli 2019, und es gibt auch Anfängerkurse, falls es Dein erstes Mal ist…

10. Walsafari und noch so vieles mehr…

Es gibt noch soooo viele weitere gute Gründe, Deine Reise nach dem einwöchigen Sprachkurs auf den Vesterålen noch fortzusetzen: Hast Du Lust auf eine Walsafari? Dann fahre weiter nach Stø oder Andenes. Möchtest Du das Fischerdorf Nyksund sehen, das bis in die 90-er Jahre hinein verlassen und zunehmend verfallen war und erst dank deutscher Studenten wieder zu neuem Leben erblühte? Dann empfehle ich Dir dort einen Besuch der Nyksund ART Galleri, in der übrigens auch Königin Sonja regelmäßig vorbeischaut. Oder suchst Du weitere Gipfelerlebnisse? Dann wandere doch die Dronningruta. Ich persönlich empfehle Dir ja, wenn Du schon einmal so weit im Norden bist, einen Abstecher nach Tromsø – meine Lieblingsstadt in Norwegen.

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Habe ich Dich überzeugt? Dann komm mit! Alle weiteren Infos zur Sprachreise findest Du auf Yvonnes Website norwegischkurse.com Ich werde für diesen Artikel übrigens nicht bezahlt und erhalte auch keinerlei Provision für Buchungen, die über meine Blogartikel zustande kommen. Ich bin einfach eine begeisterte Teilnehmerin von Yvonnes Sprachreisen und war mit ihr bereits in Oslo und in Hovden.

Vi ses i Bø!

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Sprachreise: Norwegisch lernen im Schnee – Erfahrungsbericht

Norwegisch lernen im Schnee - Erfahrungsbericht einer SprachreiseNorwegisch lernen im Schnee = Schneeschippen auf dem Hüttendach meiner Norwegischlehrerin? Hatte ich mir meine einwöchige Sprachreise nach Hovden so vorgestellt?!? 😉 Was sich zunächst skurril anhört, war eines von vielen wunderbaren Erlebnissen auf einer ereignisreichen – und lerntechnisch gesehen sehr intensiven – Sprachkurs-Woche im norwegischen Hochfjell…

Das Besondere an dieser Sprachreise war ja schon die gemeinsame Unterbringung aller Schüler/innen in einer gemeinsamen Hütte (bei der Hüttenwahl hat uns unsere Lehrerin toll geholfen). Wir waren zu fünft – zwei Pärchen aus Deutschland und ein Familienvater, der bereits in Oslo lebte und arbeitete, allerdings in einem englischsprachigen Umfeld, so dass er in Sachen Norwegisch noch Nachholbedarf hatte. Wir haben außerhalb des Sprachunterrichts natürlich deutsch miteinander gesprochen. 😉

Zwischen uns und unserer Lehrerin Yvonne Moutoux, die in einer anderen zauberhaften (für Gruppenunterricht zu kleinen) Hütte wohnte, lag das überschaubare Dorf Hovden mit vielen Möglichkeiten, sich für den Sprachunterricht in der Mitte zu treffen – manchmal trudelte jemand von uns einfach direkt von der Langlaufloipe ein.

Norwegisch lernen im Schnee - Erfahrungsbericht einer Sprachreise

Das Gute an einer Sprachreise im Winter nach Hovden ist natürlich, dass es eine einhundertprozentige Schneesicherheit für die Termine gibt, die Yvonne Moutoux anbietet. Vor und nach dem Sprachunterricht gab es also immer eine Wintersporteinheit – die einen schnappten ihr Snowboard, die anderen ihre Langlaufski, und einmal sind wir zur Abwechslung Schlittschuh gelaufen.  Nicht ohne Grund liegt in diesem Hochfjell ein Skigymnasium für Norwegens Nachwuchsprofiwinterportler. Und weil Yvonne Gott und die Welt kennt, unter anderem den Deutschlehrer des Skigymnasiums, organisiert sie immer auch ein Treffen mit Schülern vor Ort. Ich fand es überaus spannend, mich (auf Norwegisch!) über den Alltag von 16-Jährigen zu unterhalten, die auf dem Weg zur Weltspitze sind.

Für den Sprachunterricht trafen wir uns also an verschiedenen Orten im Dorf, direkt im Skigymnasium oder auch mal in der öffentlichen Bibliothek oder in der Lounge eines Hotels. Ganz bequem konnten wir auf diese Weise auch das kostenlose offene WLAN in Anspruch nehmen. Was wir außerdem genossen haben, war die zeitliche Flexibilität: Kein unnötiges Frühaufstehen, kein Unterricht in genau den wenigen Stunden, wenn die Sonne lacht – stattdessen haben wir uns jeden Tag neu abgesprochen und mal den Vormittag mal den Nachmittag, mal den frühen Abend für den Unterricht genutzt. So waren wir jeden Tag hochmotiviert und zufrieden. 🙂

Nochmal zurück zum Schneeschippen. 😉 Alle, die in Hovden eine Hütte haben, wissen, dass der Schnee regelmäßig runter muss, sonst wird das in Summe über den ganzen Winter einfach zu viel und das Dach bricht ein. Wer das nicht selbst machen kann oder will, lagert das eben als bezahlten Job aus – eine gewöhnliche Dienstleistung in schneereichen Hüttengebieten in Norwegen. Dass nun plötzlich die Schüler/innen das Dach der Lehrerin freischippen, war eine höchst spaßige und überaus freiwillige Angelegenheit – mit einem fairen Deal: eineinhalb Stunden Schneeschippen gegen eine Stunde zusätzlichen Norwegischunterricht (als Guthaben, einzulösen auch gern nach der Sprachreise als Online-Unterricht). Und natürlich hat Yvonne auch mit geschippt und währendessen mit uns auf Norwegisch geplaudert – gratis! 😉 Norwegisch lernen mitten im Schnee – im wahrsten Sinne des Wortes.

Norwegisch lernen im Schnee - Erfahrungsbericht einer SprachreiseDas bin übrigens ich beim Schneeschippen.


Wenn Du jetzt Lust bekommen hast auf diese Art von Norwegisch lernen im Schnee, dann schau doch mal, ob ein passender Termin im März bei Yvonne Moutoux für Dich dabei ist. Sie bietet darüber hinaus Sprachreisen im Sommer und im Herbst an, nicht nur nach Hovden, sondern auch nach Balestrand, Tysnes oder Oslo. Die Oslo-Sprachreise hab ich auch schon einmal mitgemacht und HIER darüber berichtet.

Norwegisch lernen – aber wie?

Seit einem Jahr lerne ich jetzt schon Norwegisch und habe in dieser Zeit bereits 4 verschiedene Unterrichtsformen in Kombination mit 3 unterschiedlichen Lehrbüchern ausprobiert: Autodidaktisch, im VHS-Kurs,  im Einzelunterricht, auf einer Sprachreise. Die Zeit ist also reif für ein Resümee und eine Pro-und-Contra-Liste in Bezug auf mein Norwegisch lernen – vielleicht erleichtert Dir das die Entscheidung (und ein paar Umwege), wie Du es angehen möchtest, Norwegisch zu lernen.

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Hinter den Kulissen von Oslo

Reisevorbereitungen

Wenn ich Ende Juni 2015 für neun Tage nach Oslo reise, dann möchte ich ein möglichst untouristisches Erleben der Stadt hinbekommen. Ein große Hilfe sind mir dabei jetzt schon die Tipps von Yvonne Moutoux, die dort von Montag bis Freitag meine Norwegisch-Lehrerin sein wird. Ihr habe ich es zu verdanken, dass ich Weiterlesen