Buchrezensionen (deutsch)

Norwegen der Länge nach | Buchrezension

Sollte es denn die Möglichkeit sein?!? Ich glaube, ich zeltete fast auf den Tag genau im Sommer 2013 in Eidsbugarden (auf meinem 5-Tages-Trek durch Jotunheimen), als Simon dort kreuzte! Vielleicht sind wir uns sogar begegnet, ohne es zu wissen. 😉

Gestern habe ich begonnen, „Norwegen der Länge nach – 3000 Kilometer zu Fuß bis zum Nordkap“ von Simon Michalowicz zu lesen – heute bin ich bereits im letzten Drittel angekommen und muss Euch unbedingt davon erzählen, wie großartig dieser Wanderbericht ist! Was für eine verrückte Sache: Norwegen vom südlichsten bis zum nördlichsten Punkt zu durchwandern! Außer Simon haben das bis heute grad mal 317 Menschen verbrieft getan – „Norge på langs“ scheint eben eine größere Herausforderung als die Besteigung des Mount Everest zu sein!

Da ich selbst gern längere Wandertouren mit Zelt unternehme und mich im Wanderbericht-schreiben übe, war ich sehr gespannt zu lesen, welche Pfade Simon wanderte, die ich selbst bereits erkundet habe, und natürlich, wie er es schafft, der Monotonie beim Nacherzählen von 140 Wandertagen zu entkommen.

Es ist Simon aufs Feinste gelungen, anschauliche Naturbeschreibungen von unterwegs mit wissenswerten Hintergrundinfos zu den jeweiligen Regionen und zur minutiösen Vorbereitung seiner Wanderung zu spicken – und auch sehr offen von seiner Gefühlsgemengelage zu schreiben. Ganz besonders lebendig wird das Buch jedoch vor allem durch die vielen Begegnungen mit den unterschiedlichsten Menschen in Norwegen, die Simon – vor allem beim Trampen zu dem einen oder anderen Supermarkt 😉 – unterwegs trifft. Und natürlich birgt eine solche Wanderung über 3.000 Kilometer auch die eine oder andere spannende Herausforderung in sich: Wie weiter, wenn das Zelt unterwegs abhanden kommt (!)? Was tun, wenn selbst das neue Paar Wanderschuhe droht, nicht bis zum Ziel durchzuhalten? Wer hilft, wenn das nächste Paket mit wichtigen Wanderkarten und Proviant für die nächste Etappe im Zoll stecken bleibt? Abenteuer wie diese bleiben in 140 Tagen nicht aus. Wenn davon dann noch so lebhaft erzählt wird, dann ist das ein wahrer Lesegenuss!

Ich bin mir sicher, selbst wenn Ihr vor zwei Jahren Simons 140-Tage-Wanderung live in seinem Blog „Simon på tur“ verfolgt habt, werdet Ihr bei der Lektüre auf Eure Kosten kommen und viel Neues von der Trekking-Tour erfahren.

Simons Buch ist für alle, die gern und oft in Norwegen wandern, weit mehr als nur ein Abenteuerbericht. Für mich ist es ab sofort eine interessante Fibel um bei Bedarf nachzuschlagen, wie es sich in der Hardangervidda, in Jotunheimen, in der Rondane, im Dovrefjell usw. mit der einen oder anderen DNT-Hütte verhält. Wirklich detailliert und hilfreich sind nämlich seine Beschreibungen der Gegebenheiten vor Ort.

Wem ich das Buch „Norwegen der Länge nach“ empfehle?

  • Allen, die Norwegen lieben,
  • allen, die gern wandern,
  • allen, die Abenteuer lieben und Abenteuergeschichten,
  • allen, die an der Verwirklichung einer großen Sache arbeiten und eine Motivationsspritze brauchen,
  • und allen anderen auch! 😉

 

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Autor

Hei hei, ich bin Dörte aus Hamburg. Seit ich als Jugendliche "Flucht in den Norden" von Klaus Mann gelesen habe, zieht es mich til Norge - jetzt endlich, mit Mitte 40, verbringe immer mehr Zeit im Jahr dort, am liebsten nördlich vom Polarkreis. Als Minimalistin reise ich gern mit leichtem Gepäck, am liebsten nach dem Prinzip des Slow Travel - und in 2016 möchte ich endlich das Wwoofing ausprobieren. Und Du? Ich freue mich auf einen Kommentar von Dir! Ha det bra!

2 Kommentare

  1. Hei Dörte!

    Vielen lieben Dank für deine tolle Rezension! Ich hab ne Gänsehaut! Wie cool ist das denn? Da haben wir uns echt in Jotunheimen verpasst? Vielleicht sehen wir uns ja am 27. November zum Vortrag in Hamburg? Würde mich sehr freuen!

    Tusen takk für deine Worte! Takk for meg!

    Hilsen fra Tübingen!
    Simon

  2. Hei Simon,

    was mich zurzeit beschäftigt, ist die Idee, Norge på lange in Etappen (auf ein drei, vier Jahre verteilt) zu gehen, so wie Du es xy (ich hab den Namen grad nicht im Kopf) auch gemacht hat, den in Deinem Buch erwähnt hast. Ich weiß natürlich, dass das nicht das Gleiche ist, doch es würde mir ja trotzdem insgesamt ein Gefühl fürs große Ganze dieses Landes geben.

    Mal schaun, wie es zu meinen anderen Plänen passt……… 😉

    Vi sees!
    Dörte

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