Regine Normann, und alles andere ...
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Crowdfunding: Ein blaues Schild für Regine Normann in Oslo

Mach mit! Gesammelt wird vom 18. Juni bis 29. Juli 2017

Vor 100 Jahren war Regine Normann eine berühmte Schriftstellerin in Norwegen und ihre Osloer Wohnung in der Stensgate 3 war ein bekannter literarischer Treffpunkt. Doch in Oslo fehlt heute jede Spur von ihrem jahrzehntelangen Wirken in der Hauptstadt (mehr darüber im Abschnitt „Wer war eigentlich Regine Normann?“). Holen wir Regine Normann anlässlich ihres 150. Geburtstages am 29. Juli 2017 aus der Vergessenheit!

Ich sammle zurzeit auf der norwegischen Crowdfundingplattform bidra.no für diese Gedenktafel und benötige dafür 14.000 Kronen (knapp 1.500 Euro) – und natürlich kann man online von überall aus spenden! Auch Du! 🙂


UPDATE 27. JUNI 2017: Das erste große Ziel – 14.000 Kronen für das Schild in Oslo – ist erreicht, und das nach nur 9 Tagen! 🙂 DANKE! Lasst uns diese positive Energie und die verbleibenden 30 Tage der Kampagne auf bidra.no nutzen und das zweite Ziel anpeilen: ein blaues Schild in Bø auf den Vesterålen, wo Regine Normann aufgewachsen ist, wo sie während ihrer ersten Ehe gelebt und gearbeitet hat – bis sie 1869 nach Oslo flüchtete… Die Stiftung OSLO BYES VEL produziert die berühmten blauen Schilder für ganz Norwegen. Ich bin bereits dabei herauszufinden, wo dieses Schild aufgehängt werden könnte. In jedem Fall wird die zusätzliche Summe, die über die für Oslo benötigten 14.000 Kronen hinaus gehen, zweckgebunden an OSLO BYES VEL und an die Stiftung Regine Normann in Bø gespendet, bzw. an die Organisation in Bø, die sich für die Aufhängung des Schildes verantwortlich erklärt. Ich halte Euch auf dem Laufenden. Es darf also weiter gespendet werden! 🙂 


Belohnung für Deine Spende auf bidra.no

Bei Crowdfunding-Aktionen ist es oft üblich, Dankeschöns für größere Spenden zu vergeben. Da ich nicht nur in Norwegen um Unterstützung werbe, sondern auch im Kreis meiner FreundInnen und Familie und meiner deutschsprachigen Blog-LeserInnen, habe ich mir etwas einfallen lassen, damit auch alle, die kein Norwegisch verstehen, eine Belohnung wählen können:

  • Für 100 Kronen bekommst Du eine persönliche Postkarte von mir einem Foto von dem frisch aufgehängten Schild in der Stensgate 3.
  • Für 250 Kronen bekommst Du gratis und exklusiv mein Regine Normann Lesebuch als eBook (PDF und ePub): Märchen, Sagen und Kurzgeschichten – alles erstmalig ins Deutsche übersetzt, und zwar von mir persönlich! 🙂
  • Für 500 Kronen kannst Du Dir eine Gratis-Norwegischunterrichtsstunde via Skype bei Yvonne Moutoux gönnen (Termin nach Absprache mit Yvonne, einzulösen 2017 oder 2018).
  • Für 1.000 Kronen übernachtest Du – allein oder mit Deiner Freundin – gratis im Hamnburger Hotel Hanseatin (Achtung: exklusiv für Frauen! Termin nach Verfügbarkeit, einzulösen 2017 oder 2018).

Für alle, die Norwegisch können, sind natürlich auch die anderen Belohnungen sehr spannend, zum Beispiel eine Originalausgabe von Regine Normanns Sagen und ein Hörbuch ihrer Märchen…




Dies ist die Übersetzung meiner Crowfunding-Kampagne auf bidra.no –
für alle, die mitmachen wollen, um diese Gedenktafel zu finanzieren,
aber nicht ausreichend Norwegisch verstehen.

Danke für Deine Spende – jede Krone zählt!


Stensgate 3 in Oslo: Altbauten, schöne Umgebung, der Stenspark und die Straßenbahn Richtung Blindern sind direkt um die Ecke…

… von 1910 bis 1939 lebte hier die Schriftstellerin Regine Normann. Sie war die erste Schriftstellerin aus Nord-Norwegen, die im ganzen Land bekannt und berühmt wurde. Sie schrieb 18 insgesamt Bücher und arbeitete gleichzeitig bis zur Pensionierung in Vollzeit als Lehrerin an der Sofienberg Skole. Sie setzte sich erfolgreich für die Etablierung von Schulbüchereien und kostenlosem Frühstück in den Schulen ein, sie war lange Jahre im Vorstand des norwegischen Schriftstellerverbandes und bekam 1937 die königliche Verdienstmedallie in Gold verliehen.

Unglaublich, aber wahr: In ganz Oslo findet man heute keinen Hinweis darauf, dass diese engagierte und bekannte Schriftstellerin über 40 Jahre lang in Norwegens Hauptstadt gelebt und gewirkt hat. Kein Straßenschild trägt ihren Namen, keine Gedenktafel erinnert an ihr kulturelles und gesellschaftliches Engagement für Oslo und über die Stadtgrenzen hinaus.

Das möchte ich gemeinsam mit Euch ändern! Schenken wir Regine Normann zu ihrem 150. Geburtstag ein eigenes blaues Schild in der Stensgate 3. Hier lebte sie fast 30 Jahre lang. Hier empfing sie mit ihrer nordnorwegischen Gastfreundlichkeit ihre Gäste mit liebevoll zubereiteten Speisen, hier veranstaltete sie einen literarischen Salon, zu dem alle bekannten Schiftsteller/innen ihrer Zeit kamen.

Was ist ein blaues Schild?

Die blauen Schilder sind Oslos Stadtgeschichte in Kurzform – an der Wand, dort wo sich Geschichte ereignet hat. Seit 1990 wurden bereits über 300 dieser Gedenkschilder aufgehängt. Sie erinnern an Menschen, Bauten und Ereignisse…

Wusstest Du, dass jeder bei der Stiftung OSLO BYES VEL, die das Schildprojekt verantwortet, einen Vorschlag für ein neues blaues Schild einreichen kann? Das habe ich im Januar 2017 getan, nachdem ich herausgefunden hatte, das in der Stensgate 3 noch keine Gedenktafel hängt. Ich bekam umgehend die Antwort, dass Regine Normann in jedem Fall ein eigenes Schild verdient  – doch ohne eine entsprechende Geldspende kann kein neues Schild produziert werden…


HIER GEHT ES DIREKT ZUR CROWDFUNDING-AKTION:
fnd.uz/reginenormann

Spenden auf bidra.no – deutsche Übersetzung  und Anleitung


Wofür die 14.000 Kronen (ca. 1.500 Euro)?

Der weitaus größte Teil (ca. 12.000 Kronen) wird für das Schild selbst gebraucht, sprich um die Rechnung der Stiftung OSLO BYES VEL zu bezahlen. Dafür übernimmt die Stiftung:

  • die fachkundige Unterstützung bei der Textentwicklung
  • die Produktion und das Anbringen des Schildes an der Hauswand
  • die Durchführung einer offiziellen Einweihungszeremonie

Einen kleinen Teil (rund 2.000 Kronen) benötige ich selbst, um eine Dokumentation dieses Schildprojektes zu erstellen.

Sollten wir zu viel Geld zusammen bekommen…

… dann bestellen wir eben ein zweites Schild für Regine Normann – zum Beispiel für Bø auf den Vesterålen, wo sie geboren und aufgewachsen ist und wohin sie Zeit ihres Lebens starke Verbindungen hatte. Die Stiftung OSLO BYES VEL produziert nämlich solche blauen Gedenkschilder für ganz Norwegen – mehr darüber hier (auf norwegisch, aber mit vielen Bildern). Hast Du einen Vorschlag für ein zweites blaues Schild? Dann schreib mir Deine Ideen gerne als Kommentar!

In jedem Fall wird der gesamte Betrag, der die 14.000 Kronen übersteigt, als Spende an OSLO BYES VEL.

Enthüllung mit Rahmenprogramm

Das Datum für die offizielle Hängung des blauen Schildes steht schon fast fest – vorausgesetzt, wir bekommen die 14.000 Kronen zusammen:

Dienstag, 22. August 2017, 14 Uhr

Bist Du dabei? Ich bin gerade damit beschäftigt, ein kleines Rahmenprogramm zu organisieren, und halte Dich auf dem Laufenden – hier, auf Facebook und natürlich auf bidra.no.

Wer steht hinter diesem Schildprojekt?

Das Ganze ist meine Privatinitiative – eine Art Abrundung meines Norwegenprojektes: Im Laufe meines Sabattjahres 2016/17 reiste ich auf den Spuren von Regine Normann nach Oslo, Tromsø und die Vesterålen – und war zunehmend fasziniert von dem außergewöhnlichen Leben dieser Schriftstellerin sowie von ihren sozialkritischen Romanen und Kurzgeschichten, ihren nordnorwegischen Sagen und Kunstmärchen.

Unterwegs in Norwegen traf ich auf wunderbare engagierte Menschen, die die Erinnerung an Regine Normann auf vielfältige Weise lebendig halten – unter anderem:

Sie alle stehen hinter diesem Schildprojekt und unterstützen mich in unterschiedlichster Form. Herzlichen Dank!

Auch meine Freundinnen Yvonne von norwegischkurse.com und Linda vom Hotel Hanseatin in Hamburg unterstützen die Crowdfunding-Aktion mit sehr großzügigen Sachspenden – hjertelig takk!

Ein besonderer Dank geht an dieser Stelle auch an die beiden weltbesten Norwegischlehrerinnen Yvonne Moutoux (norwegischkurse.com) und Cecilie Lønn (Norsk for deg!), die mir die Freude an der norwegischen Sprache vermittelt haben.


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Wer war eigentlich Regine Normann?

Wer war eigentlich Regine Normann?

Regine Normann wurde im Jahr 1867 in Bø auf den Vesterålen geboren. Ihr Lebenslauf repräsentiert ein außergewöhnliches Frauenleben zu ihrer Zeit. Als Kind wurde sie zu Verwandten gegeben, nachdem ihr Vater starb, als sie vier Jahre alt war. Nach ihrer Konfirmation arbeitete sie  als Kindermädchen im Haus des Pastors und ging mt gerade einmal 17 Jahren eine von Beginn an sehr unglückliche Ehe mit einem 21 Jahre älteren Glöckner und Lehrer ein. Sie begann zu schreiben – gegen den Willen ihres Ehemannes – und versteckte ihre Manuskripte in einer Höhle im Berg. Im Jahr 1886 gelang ihr die Flucht nach Oslo, wo sie eine Ausbildung als Lehrerin begann.

Es war Henrik Ibsen persönlich, der ihr eine Referenz für ihr erstes Romanmanuskript verfasste, das Honorar für „Krabvaag“, das schon auf den Vesterålen heimlich in der Höhle entstanden ist und schließlich 1905 herauskam, nutzte sie, um ihre Scheidung zu finanzieren. Von 1906 bis 1913 war sie mit dem gleichaltrigen Schriftsteller Tryggve Andersen verheiratet.

Mit Erscheinen ihres ersten Buches war Regine Normann nicht mehr länger nur eine engagierte und beliebte Lehrerin an der Sofienbergschule, sondern mit einem Schlag auch eine berühmte Schriftstellerin. Sie war die erste Schriftstellerin, die aus dem hohen Norden Norwegens stammte und landesweite Aufmerksamkeit für ihre Bücher bekam. Ihr Werk umfasst 18 Bücher, darunter sozialkritische und historische Romane, kurze Erzählungen und auch ein Kinderbuch, nordnorwegische Sagen sowie Kunstmärchen. Heute ist sie vor allem als Norwegens „Märchenkönigin“ bekannt.

Nach und nach wurde Regione Normann also in die Schriftstellerszene der Hauptstadt aufgenommen und wurde zu einer wichtigen Stimme in gesellschaftlichen Debatten. Sie war Mitglied im norwegischen Schriftstellerverband und gehörte von 1913 bis 1932 dessem Vorstand an. Sie publizierte in verschiedenen Zeitungen, nicht nur literarische Texte, sondern auch Essays und Leserbriefe als Beiträge zu aktuellen gesellschaftspolitischen Diskussionen. Auf diese Weise engagierte sie sich beispielsweise bereits 1917 als eine der Ersten für den Erhalt des Polarschiffes Fram.

Regine Normann betonte selbst immer wieder, dass sie zwei Lebenswerke hatte. Bis ins Pensionsalter 1932 hatte sie einen Vollzeitjob als Lehrerin an der Sofienberg Schule. Doch sie nutzte jeden Sommer um zu schreiben. Sie war eine beliebte und respektierte Lehrerin und sie war eine begehrte Märchenerzählerin – in der Schule genau so wie in der Deichmanske Bibliothek. Sie gehörte dem Ausschuss für Schulbuchsammlungen an und sie gehörte zu den Ersten, die das Potenzial von Schulradiosendungen erkannnte. Leider ist keine Aufnahme mit ihrer Stimme erhalten.

Regine Norman erhielt zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem die königliche Verdienstmedallie in Gold im Jahr 1937.

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Stensgate 3

Bereits seit 1905 wohnte regine Normann in der Stensgate in Oslo, zunächst in der Stensgate 5, gemeinsam mit ihrem Ehemann Tryggve Andersen. Nach einem längeren Deutschlandaufenthalt zog sie 1910 in eine Wohnung im 1. Stock der Stensgate 3 – dort blieb sie fast 30 Jahre lang wohnen. In den Jahren, in denen sie mit Tryggve verheiratet war, war das Ehepaar bekannt für seine literarischen Gesellschaften in der Stensgate 3. Doch auch nach der Scheidung blieb ihre Adresse in Künstlerkreisen bekannt.

Regine Normann war berühmt für ihre nordnorwegische Gastfreundschaft, sie liebte es, ihre Gäste mit selbst zubereiteten Speisen zu verwöhnen. Am „kleinen Heiligabend“ (23. Dezember) war es Tradition, sich bei Regine Normann in der Stensgate 3 zu treffen. Eine Weile hatten ihre besten Freundinnen – die Schriftstellerinnen Sigrid Undset, Nin Roll Anker und Barbra Ring – überlegt, mit ihr gemeinsam ein literarisches Kochbuch herauszugeben, doch daraus ist leider nichts geworden.

Kurz bevor Regine Normann im Alter von 72 Jahren wieder zurück nach Nord-Norwegen zog, erhielt sie von Sigrid Undset eine Art Abschiedsbrief: „Danke für all diese Jahre, die wir uns kennen und immer wieder Zeit miteinander verbracht haben. Ich werde Dich vermissen und ich werde den geliebten Zufluchtsort in der Stestgate 3 vermissen, so oft ich an Dich denke – und das werde ich oft tun.“ (zitiert nach Liv Helene Willumsen „Havemannens Datter. Regine Normann – et livsløp“ 19197, s. 263f)

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Verbindungen nach Nord-Norge

Regine Normann lebte und arbeitete zwar viele Jahrzehnte in Norwegens Hauptstadt, doch ihre Verbindungen in den Norden waren zeit ihres Lebens sehr stark. In den Schulferien reiste sie mit dem Hurtigruten-Schiff auf die Vesterålen, um ihre Mutter und andere Verwandte zu besuchen. Und einige Male erhielt sie ein Schriftsteller-Stipendium für Studienreisen in den Norden. Vesterålens natur und die Traditionen inspirierten sie als Schriftstellerin und sind in ihrem Werk sehr präsent.

Am Ende ihres Lebens wurde die Sehnsucht zu groß: Im Juni 1939 zog sie von oslo nach Steinsland in Skånland, wo ihr Bruder lebte. Nur wenige Wochen später wurde sie krank und starb am 14. August 1939. Sie ist auf dem Skånland Friedhof begraben.

Heute gibt es in Bø auf den Vesterålen ein jährliches Festival zu Ehren der ersten berühmten Schriftstellerin aus Nord-Norwegen. Die Reginetage (Reginedagan) finden immer Ende Juli, rund um ihren Geburtstag statt. In diesem Jahr ist es genau 150 Jahre her, dass Regine Normann geboren wurde – auf vielfältige Weise wird während des Festivals vom 23. bis 30. Juli 2017 ihrer gedacht werden.

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Wir gratulieren!

Til hennes runde fødselsdager fikk Regine Normann alltid gratulasjoner fra hele Norge, blant annet fra Nanna With, dattera av Hurtigrutens gründer Richard With, og polfarer Fridjof Nansen:

For å bruke Nansens ord igjen hele 80 år senere:

I takknemlighet for hennes fruktbringende virksomhet 

gir vi Regine Normann til hennes 150. bursdag

et eget blått skilt i Oslo.

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von

Hei hei, ich bin Dörte aus Hamburg. Seit ich als Jugendliche "Flucht in den Norden" von Klaus Mann gelesen habe, zieht es mich til Norge - jetzt endlich, mit Mitte 40, verbringe immer mehr Zeit im Jahr dort, am liebsten nördlich vom Polarkreis. Als Minimalistin reise ich gern mit leichtem Gepäck, am liebsten nach dem Prinzip des Slow Travel - und in 2016 möchte ich endlich das Wwoofing ausprobieren. Und Du? Ich freue mich auf einen Kommentar von Dir! Ha det bra!

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